Zum Hauptinhalt springen
RVG Nr. 2300 · Inkassokosten

Inkassokosten-Rechner – was darf ein Inkasso kosten?

Berechnen Sie anhand der Forderungshöhe die RVG-basierte Obergrenze möglicher vorgerichtlicher Inkassokosten – einschließlich der grundsätzlichen 0,9-Grenze bei Inkassodienstleistungen wegen unbestrittener Forderungen. Ob und in welcher Höhe der Schuldner diese Kosten ersetzen muss, hängt vom Einzelfall ab. Kostenlos und ohne Registrierung.

0,9
Grundsätzliche Obergrenze bei unbestrittener Forderung (seit 2021)
1,3
Regelgebühr (Nr. 2300 VV RVG)
Hinterlegter Rechtsstand: Inkassokosten (RVG, KostBRÄG 2025), gültig seit 01.06.2025; von fordify zuletzt geprüft am 07.10.2026. Quelle: BGBl. 2025 I Nr. 109.
Nr. 2300 VV RVG Unbestritten: grundsätzlich 0,9 § 13 Abs. 2 RVG
Bei der außergerichtlichen Einziehung einer unbestrittenen Forderung mit einem Gegenstandswert bis 50 € wird die Geschäftsgebühr aus 31,50 € statt aus 51,50 € berechnet (§ 13 Abs. 2 RVG), auch bei einem einfachen Schreiben (0,3). Eine Gebühr beträgt mindestens 15 € (§ 13 Abs. 3 RVG); die Auslagenpauschale wird aus der Mindestgebühr berechnet. Wurde der Auftrag vor dem 1. Juni 2025 erteilt, gelten 30 € bzw. 49 € (§ 60 Abs. 1 RVG).
Leer = aktuelle Fassung (KostBRÄG 2025). Wurde der unbedingte Auftrag für diese Angelegenheit vor dem 01.06.2025 erteilt, wählen Sie das entsprechende Auftragsdatum. Maßgeblich ist jede gebührenrechtliche Angelegenheit gesondert.
Der Rechner unterstützt unbedingte Aufträge zur Erledigung derselben Angelegenheit ab dem 01.10.2021. Für Aufträge bis einschließlich 31.05.2025 verwendet er die Tabelle des KostRÄG 2021, für Aufträge ab dem 01.06.2025 die Tabelle des KostBRÄG 2025. Für frühere Aufträge bietet er keine Berechnung an. Ohne Auftragsdatum verwendet der Rechner vorläufig die Tabelle ab 01.06.2025. Damit ist nicht bestätigt, dass diese Fassung im konkreten Fall maßgeblich ist.

Berechnung nach RVG. Sie ersetzt keine Rechtsberatung und nicht die Prüfung des Einzelfalls.

FAQ

Häufige Fragen zu Inkassokosten

Wie hoch dürfen Inkassokosten sein?

Für die Obergrenze erstattungsfähiger Kosten eines Inkassodienstleisters ist die entsprechende Anwaltsvergütung nach dem RVG maßgeblich. Bei einer außergerichtlichen Inkassodienstleistung wegen einer unbestrittenen Forderung beträgt der Gebührensatz grundsätzlich höchstens 0,9, in einfachen Fällen 0,5. Mehr als 0,9, höchstens jedoch 1,3, kommt nur bei besonders umfangreicher oder besonders schwieriger Inkassodienstleistung in Betracht. Für sonstige Tätigkeiten nach Nr. 2300 VV RVG kann ein Satz über 1,3 nur bei umfangreicher oder schwieriger Tätigkeit verlangt werden. Bei der Vergleichsvergütung können erstattungsfähige Auslagen, insbesondere die Post- und Telekommunikationspauschale von 20 % der Gebühren, höchstens 20 €, sowie gegebenenfalls Umsatzsteuer hinzukommen. § 13e Abs. 1 RDG begrenzt den möglichen Ersatz auf die entsprechende Anwaltsvergütung; die Voraussetzungen des Ersatzanspruchs und die tatsächlich entstandenen Kosten sind zusätzlich zu prüfen.

Was ist die 0,9-Gebühr bei unbestrittenen Forderungen?

Mit der Inkassorechtsreform zum 01.10.2021 wurde die Geschäftsgebühr für Inkassodienstleistungen wegen unbestrittener Forderungen grundsätzlich auf 0,9 begrenzt (Anm. Abs. 2 zu Nr. 2300 VV RVG). Mehr als 0,9, höchstens jedoch 1,3, kommt nur bei besonders umfangreicher oder besonders schwieriger Inkassodienstleistung in Betracht. In einfachen Fällen darf nur eine Gebühr von 0,5 gefordert werden; ein einfacher Fall liegt in der Regel vor, wenn die Forderung innerhalb von zwei Wochen nach der ersten Zahlungsaufforderung beglichen wird.

Wie viel Inkassokosten bei Kleinforderungen bis 50 Euro?

Bei einer außergerichtlichen Inkassodienstleistung wegen einer unbestrittenen Forderung bis 50 Euro beträgt die volle Gebühr nach § 13 Abs. 2 RVG nach der seit 01.06.2025 geltenden Fassung 31,50 Euro statt 51,50 Euro. Darauf wird der Gebührensatz angewandt: bei 0,9 sind das 28,35 Euro, in einfachen Fällen bei 0,5 sind es 15,75 Euro, jeweils zuzüglich Auslagen. Ist nach § 60 RVG die unmittelbar vorherige Gesetzesfassung anzuwenden, beträgt die volle Gebühr 30 Euro.

Wann kann der Gläubiger die Pauschale von 40 Euro verlangen?

Die Verzugspauschale beträgt 40 Euro. Sie kann bei einer Entgeltforderung verlangt werden, wenn der Schuldner in Verzug und kein Verbraucher ist (§ 288 Abs. 5 BGB). Der Gläubiger muss kein Unternehmer sein. Werden daneben erstattungsfähige Anwalts- oder Inkassokosten als Verzugsschaden geltend gemacht, muss die Pauschale auf diesen Schadensersatz angerechnet werden (§ 288 Abs. 5 Satz 3 BGB). Bei verspätetem Arbeitsentgelt lehnt das Bundesarbeitsgericht die Pauschale ab (§ 12a Abs. 1 Satz 1 ArbGG; BAG, Urteil vom 25.09.2018 – 8 AZR 26/18).

Muss ich die Inkassokosten zahlen?

Inkassokosten können als Verzugsschaden ersatzfähig sein, wenn sich der Schuldner bei der kostenverursachenden Beauftragung bereits in Verzug befand und die Einschaltung aus Sicht des Gläubigers zur zweckentsprechenden Rechtsverfolgung erforderlich war (§§ 280 Abs. 1 und 2, 286 BGB). Bei unbestrittenen Forderungen gelten die seit 2021 abgesenkten Höchstsätze. Dieser Rechner ersetzt keine rechtliche Prüfung des Einzelfalls.

Passende Rechner

Ratgeber